Zwei Rettungswagen & die Feuerwehr nur für mich

Heute gibt es mal einen kleinen Rückblick in das Jahr 2012. Fangen wir doch mit einem Niesen an, was sich dann zu einer ausgeprägten Erkältung ausweitete. Natürlich ist für die männliche Spezies so eine Erkältung lebensgefährlich, doch ich überstand sie gut und fühlte mich eigtl. schon wieder recht gesund. Einige Tage später bekam ich heftige Halsschmerzen inklusive Fieber. Vermutlich war ich doch noch nicht übern Berg. Das Fieber gab sich nach zwei Tagen wieder, für den Hals habe ich Hexoral Spray genommen. Da wusste ich noch nicht, dass ich damit mein Leben aufs Spiel setzte.

Nun, die Halsschmerzen wurden täglich stärker, bis ich kaum noch schlucken konnte und vor allem das Atmen immer schwerer fiel. Also den Ärztlichen Notdienst ins Haus gerufen. Der spritzte mir irgendwas (glaube Cortison) und innerhalb einer Stunde bekam ich wieder besser Luft. Ich war doch sehr erleichtert. Für den Hals habe ich weiter das Hexoral Spray genommen.

Am nächsten Morgen wachte ich auf, hatte so starke Atemschwierigkeiten, dass ich Todesangst hatte. Essen und Trinken ging gar nicht mehr. Nicht mal meinen eigenen Speichel konnte ich noch schlucken. Nachdem meine Lippen leicht blau wurden und ich juckende und schmerzhafte Bläschen an den Händen bekam, rief meine Frau den Notarzt.

Ab da rutschte ich immer mehr in einen Schockzustand. Den Tag danach konnte ich mich auch nur noch lückenhaft an das was dann kam erinnern, obwohl ich ständig bei Bewusstsein war. Jedenfalls kam der erste Rettungswagen mit Tataa und Blaulicht. Wieder ein Fest für die Nachbarn. Das war ein „normaler“ Rettungswagen, obwohl wir ausdrücklich den Schwerlast-Rettungswagen angefordert haben. Wer es noch nicht weiß, ich habe eine extreme Essstörung und wog damals ca. 260 kg.

Jedenfalls sagte man uns, dass IMMER erst der „normale“ Wagen käme, und dann auf Anforderung erst der Schwerlast-Rettungswagen (Was kostet die Welt). Also mich erstmal an Sauerstoff angeschlossen (Blutdruckmessung war in Ermangelung einer passenden Blutdruckmanschette nicht möglich), und den Schwerlast-Rettungswagen angefordert, der aber zu dem Zeitpunkt in Duisburg (dort lebte ich damals) nicht verfügbar war. Also wurde ein Wagen aus Oberhausen angefordert.

Der kam dann auch mit Tataa und Blaulich, was dann noch mehr neugierige Nachbarn dazu brachte, ihre Hintern doch mal ans Fenster oder auf die Balkone zu bewegen um zu schauen, was los war. Ich vermittelte, dass ich mich auf keinen Fall raustragen lassen werde (1. Stockwerk). Ich gehe eigenständig die Treppen runter, und wenn es das letzte ist was ich mache. Zur Sicherheit, da nicht klar war ob ich das schaffe, wurde noch ein Wagen der Feuerwehr angefordert. Der kam natürlich auch mit Tataa und Blaulicht, was dann auch die letzten Schaulustigen aus ihren Keminaten lockte.

Ich wollte damals gerne nach Essen ins Alfried Krupp Krankenhaus, weil sie dort ein Zimmer für Schwerstgewichtige haben. Das wurde aber aufgrund von Fahrtdauer und Berufsverkehr abgelehnt. Die sagten jedes Krankenhaus kann ein Schwergewichtsbett anfordern, dass ist dann innerhalb von 10 Minuten vor Ort.

Leider denken die Meisten, es sei mit einem Bett welches das Gewicht trägt dann getan. Nein, es bedarf auch ein breiteres Bett, dementsprechende Bettwäsce, ein Bad mit Standklo etc.

Also dann sollte es losgehen und ich schleppte mich, bzw. kroch förmlich die Treppen herunter. Ich dachte die Knie brechen und ich würde jetzt an Atemnot sterben. Bekam nur noch mit, dass fast alle Balkone der gegenüberliegenden Häuser mit Schaulustigen übersät waren. Die Demütigung war nun extrem. Ich kam mir vor wie ein Tier im Zoo. Seht mal, was die da für nen Fetten rausholen ….

Im Krankenhaus reihte sich dann Demütigung an Demütigung. Angefangen mit dem Bett was in 10 Minuten hätte vor Ort sein sollen. 3,5 Stunden saß ich auf einem für mich sehr unbequemen und schmerzhaften Stuhl in der Notaufnahme. Bekam da einen Tropf mit ich glaube Epinephrin oder Cortison, weiß es nicht mehr, angelegt und innerhalb einer Stunde ging es mir wieder gut.

Es wurde letztlich festgestellt, dass ich gegen das Hexoral Spray extrem allergisch reagierte. Und ich hab mir je mehr der Hals weh tat desto mehr davon in den Hals gesprüht *facepalm*

Am nächsten Tag habe ich mich dann auf eigenen Wunsch entlassen lassen und war sehr glücklich wieder zuhause in meinem Gefängnis zu sein.

Erlebnisse die man nicht erleben will.

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